Von meinen Schlüsseln, unbezeugten Selbstgesprächen und dem Lachen über sich selbst.

Meine Schlüssel sind alle verbogen. Ich habe eine Zeit lang gebraucht, um daraufzukommen, warum dies so ist. Ich bin meist schneller aus der Tür, als der Schlüssel wieder aus dem Loch findet. Dafür dauert es umso länger, die Schlüssel wieder in die Schlösser zu kriegen. Der Widerstand ist mitunter sehr groß. Ich habe über diese Erkenntnis herzhaft gelacht, weil sich in den verbogenen Schlüsseln mein Hang zum Tempo manifestiert. Meine engste Mitarbeiterin hat meiner Frau erzählt, dass ich mitunter mitten im Satz das Büro verlasse. Ob ich ihn am Gang laut fertig spreche, kann ich nicht mit Sicherheit sagen. Auch darüber habe ich sehr gelacht, was ist denn dies für ein sympathischer Verrückter, der in meiner Haut steckt. Der Tage soll ich mich in einem Satz zwei Mal selbst unterbrochen und thematisch anders weiter gemacht haben. Ein polydimensionales Dasein hat es eben in und die Aufmerksamkeit manchmal neben sich. Ich schmunzle beim Schreiben dieser Zeilen und frage mich, ob an der Fähigkeit über sich selbst lachen zu können, etwas ablesbar ist. Ich weiß es nicht, aber es befreit.

 

Randbemerkung am 15. März 2018, dem Geburtstag von Balduin Sulzer. (Wer ihn kennt, weiß, dass dies kein Zufall sein kann.)
Foto von Volker Weihbold.

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